4. Aktivitätsniveau

Bewegung und körperliche Aktivität sind obligater Bestandteil von Gesundheit und gesunder Lebensführung: Gesundheit braucht regelmäßige Bewegung und körperliche Aktivität. Ziel der körperlichen Aktivität ist nicht nur Gesundheit und allgemeine Fitness im Alltag, sondern Wohlbefinden und im besonderen Selbstbestimmung und Autonomie auch im Alter.

Bewegungsmangel gehört unter den Risikofaktoren kardiovaskulärer Erkrankungen zu den drei wichtigsten. Durch viele Studien wurde nachgewiesen, dass regelmäßige körperliche Aktivität zahlreichen Krankheiten vorbeugen kann. Auch zur Therapie kann körperliche Aktivität eingesetzt werden kann. Körperliche Aktivität hat positive Auswirkungen auf verschiedene Krankheiten und Funktionseinschränkungen. Das beste Beispiel ist der Diabetes mellitus. Herzinsuffizienz kann auch mit körperlichen Training wirksam und verträglich behandelt werden. Einer größeren Reihe von Krankheiten kann durch regelmäßige körperliche Aktivität vorgebeugt werden, die meisten davon sind auch für eine Therapie durch körperliche Aktivität geeignet.

Durch körperliche Aktivität kann das Krankheitsrisiko um etwa 20-30% reduziert werden. Dieses ist vergleichbar, mit manchen Monotherapien bei evidenzbasierten Arzneimitteltherapien. Von den Steigerungen der Lebensqualität ganz zu schweigen.

Zahlreiche Institutionen und auch staatliche Institute geben Empfehlungen in welcher Intensität Sport als Prävention betrieben werden sollte. Es bestehen gesicherte Indikationen, eine individuelle Dosierung ist möglich, es besteht eine Dosis-Wirkungsbeziehung, körperliche und psychoaktive Wirkungen sind belegt, Nebenwirkungen sind selten, Kontraindikationen sind vor allem akute Krankheiten. Organisationen wie in den USA (NIH, US Government, WHO, HEPA) haben auf Basis von Studien neue Empfehlungen zum körperlichen Training erarbeitet. Diese folgen der "FITT"-Regel (auf Deutsch FIDA), nämlich Training nach Frequenz, Intensität, Dauer der Trainingseinheit und Art des Trainings. Von Bedeutung dieser neuen Empfehlungen ist, dass eine eindeutige Beziehung der Risikoreduktion als harter Endpunkt zur Trainingsintensität bzw. des Trainingsumfanges nicht-linear verläuft. Die entscheidende Senkung des Risikos erfolgt demnach bei moderater körperlicher Aktivität. Eine weitere Steigerung der Trainingsintensität bzw. des Trainingsumfangs senkt das Risiko nur gering weiter. Ein größerer Trainingsumfang ist nur dann erforderlich, wenn die Leistungsfähigkeit gesteigert werden soll, beispielsweise beim ambitionierten Freizeitsportler oder Aktivitäten mit Wettkampfcharakter. Aus präventiver Sicht sind aber moderate Trainingsaktivitäten ausreichend, sogar regelmäßiges „Walking“, also schnelles Gehen oder „Nordic Walking“ haben durchaus trainingswirksame Effekte. Trainingsempfehlungen für verschiedene Krankheitsbilder wie auch zur Prävention können in aktuellen Tabellen auf der Homepage der EFSMA abgerufen werden (www.EFSMA.eu).

Körperliche Aktivität sinkt die vorzeitige Sterblichkeit und verlängert das Leben, vermindert die Erkrankungshäufigkeit, vor allem aber steigert körperliche Aktivität die Lebensqualität, das Wohlfühlen und verbessert die Selbständigkeit besonders bei älteren Menschen.

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